Aus nach fast 35 Jahren?

Der Verein Kinderladen Johannisbären e.V. kämpft für seinen Erhalt!

Dem Nürnberger Kinderladen Johannisbären droht nach über 30 Jahren das Aus: Gebäude und Grundstück wurden an einen Bauträger verkauft, der Mietvertrag während der Corona-Schließung gekündigt. Die Elterninitiative ringt um ihr weiteres Bestehen und bittet um Unterstützung.

Der Kinderladen Johannisbären wird derzeit tagtäglich von 20 Kindern zwischen 3 und 6 Jahren und vier Pädagog*innen (zwei Frauen, zwei Männer) mit Leben gefüllt.

Mitbestimmung und Teilhabe sind enorm wichtig: Eltern geben ihr Kind nicht einfach ab, sie übernehmen vielmehr Trägerverantwortung, entscheiden also bei allem maßgeblich mit, halten das Gebäude in Schuss und organisieren gemeinsame Ausflüge. Für die Kinder sind die Räume der Johannisbären ein echtes zweites Zuhause.

Seit 1986 befindet sich der Kinderladen in der Äußeren Großweidenmühlstraße. Lange so bleiben soll das aus Sicht des neuen Eigentümers der Immobilie nicht. Das etwas versetzt zur Straße stehende Gebäude wurde, zusammen mit den beiden Nachbargrundstücken, an einen Bauinvestor verkauft. Der Mietvertrag wurde ohne Vorwarnung und ohne Gespräch gekündigt. „Die Nachricht war ein Schock, ich bin wirklich sehr enttäuscht über diesen Umgang mit uns, als jahrzehntelange, verlässliche Mieter!“, sagte Christina Brockmüller, päd. Leiterin der Einrichtung.

Kaum Hoffnung hegen die Familien und das pädagogische Personal, zeitnah eine neue Bleibe in St. Johannis zu finden. Dieser Stadtteil gab vor vielen Jahren den Namen des Kinderladens: „Johannisbären“. Hier wollen sie auch bleiben.

Die Kündigung wurde zum 31. März 2022 ausgesprochen. Eltern, Kinder und Erzieher*innen haben große Angst ihren Kindergarten und Arbeitsplatz zu verlieren. Auch könnten die bereits für September 2020 bis August 2023 unterzeichneten Betreuungsverträge nicht mehr eingehalten werden.

Das Schicksal der studentischen Krabbelstube „Villa Kunterbunt“, die seit 2016 erfolglos nach neuen Räumen sucht, ist erschütterndes Beispiel genug.

Der Kinderladen mit seinem Elternverein erwartet Unterstützung durch den Stadtrat und das Jugendamt. Bei den fehlenden KiTa-Plätzen in Nürnberg kann eine Einrichtung, nicht ersatzlos geschlossen werden, die in Johannis seit Jahrzehnten ihren festen Platz hat.

Bei der letzten Belegprüfung 2019 durch das Jugendamt wurde den Johannisbären ein „sehr gutes Miteinander von Kindern, Eltern und Fachkräften“ bescheinigt. Aufgeben wollen sie dieses Miteinander auf gar keinen Fall.

Vorstand Sebastian Ruck: "Wir leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur Betreuung und Erziehung der Kinder im Stadtteil und wollen genau das auch weiterhin mit viel Engagement umsetzen."

"Wir benötigen und freuen uns über jede erdenkliche Unterstützung", wünscht sich auch Vorständin Alexandra Bauer.

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